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Titus Dittmann im Interview: Vom Lob der Langeweile und dem Wert der Selbsterkenntnis

MM: Lieber Titus, bevor du das Skaten in Deutschland bekannt machtest und in diesem Zusammenhang auch ein erfolgreicher Unternehmer wurdest, unterrichtetest du als Studienrat an einem Gymnasium. Pädagogische Fragen haben also immer eine wichtige Rolle in deinem Leben gespielt. Nun hast du ein Buch mit dem Titel „Lernen muss nicht scheiße sein“ geschrieben. – Wann ist Lernen „scheiße“?
Titus: Lernen ist vor allem dann scheiße, wenn es unter Zwang oder Druck stattfindet. Dieses fremdbestimmte Lernen nach Fächern, Inhaltsvorgaben, auf 45 Minuten festgelegte Schulstunden, Nachhilfe, Förderkurse sowie die Erwartungshaltung und der Notendruck von Eltern und Gesellschaft lassen keinen Platz für intrinsische Moti-
vation, Begeisterung und brennende Herzen.
Doch um nicht missverstanden zu werden: Wir brauchen auch fremdbestimmtes Lernen, etwa um unser gesellschaftliches Zusammenleben zu gestalten. Werte und Normen werden vor allem durch Andere – unsere Mitmenschen – weitergegeben und eingefordert. Meine Kritik am bestehenden Bildungs- bzw. Schulsystem aber ist, dass wir dem selbstbestimmten Lernen insgesamt zu wenig Raum und Zeit einräumen. – Das ist der Grund, warum ich dieses Buch geschrieben habe.

MM: Von welcher „Lerntheorie“ hast du dich dabei leiten lassen?
Titus: Oft denkt man ja, man hätte eine selbst erworbene Erkenntnis als Erster und Einziger erdacht und formuliert. Bis man dann merkt, dass diese Idee gar nicht so neu ist. In meinem Fall stieß ich auf Konfuzius, der genau das, was ich für meine Idee hielt, schon vor tausenden Jahren formulierte:
Was du mir sagst, das vergesse ich.
Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich.
Was du mich tun lässt, das verstehe ich.
– Konfuzius, chinesischer Philosoph, * 551, † 479 v. Chr.
Dieses Zitat bringt aus meiner Sicht den entscheidenden Unterschied zwischen fremd- und selbstbestimmtem Lernen auf den Punkt: Eine Identität erwirbt man nur durch eigene Erfahrungen und konsequentes Ausprobieren.

MM: Was ist dir im Rahmen deiner Recherchen zur Entwicklung von institutioneller Bildung und Erziehung aufgefallen?

… das gesamte Interview lesen
Foto © René Golz

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MACHERMAGAZIN Nr. 6 – Herbst 2019

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