WERBUNG

Eröffnet Corona uns auch neue Chancen?

von Dr. Lothar Röhrig und Gerd Heistermann

Keine Frage, dieses widerliche Virus macht uns extrem zu schaffen. Es macht uns Angst. Selbst der freundlichste Mitmensch könnte ein fataler Spreader sein… Covid-19 trifft oft bestimmte Zielgruppen, aber zugleich kann keiner wirklich vor ihm sicher sein. Wie lange müssen wir noch so vorsichtig sein? Werden wir vielleicht langfristig mit immer neuen Viren leben müssen? Können wir uns und unsere Gesellschaft darauf einstellen?

Die Ängste vor dem Virus bleiben nicht ohne Folgen. Zunächst ändern sie unsere Gedanken – ins Negative, denn die „Farbe unserer Gedanken färbt unsere Seele“. Einige Monate Angst verändert unsere Haltung zur Umwelt und zu anderen Menschen: Wir werden engherzig und kritisch. Gerade dann ist es angebracht, einmal die Blickrichtung zu ändern und zu sehen, ob es auch positive Entwicklungen gibt. Gehen wir auf Entedeckungsreise…

Der Blick auf Chancen und guten Veränderungen schwächt die Ängste ab und ermöglicht sogar positive innere Veränderungen, an denen wir selbst und unsere Gesellschaft wachsen kann. Neue Wege und Möglichkeiten tauchen auf, andere Nischen zeigen sich, und die Zukunft rückt deutlich näher. Das Akzeptieren hat zwei gute Seiten: Es geht dem Einsichtigen selbst besser und andererseits hilft es der Gesellschaft, zukunftsfähig zu bleiben.

Es wird neue Kulturtechniken geben. Schon jetzt machen wir einschneidende Erfahrungen mit digitalen Formen des Lernens, der Gespräche, der Arbeit und des Umgangs miteinander. In dieser Geschwindigkeit hätten wir das niemals gelernt. Konzentrierte Videokonferenzen lösen einen großen Teil des Rumreisens ab: weniger Gerede, Gerenne und Getue kann auch ein Fortschritt sein. Damit wird nicht nur Zeit und Geld gespart, sondern auch die Umwelt entlastet.

Unsere Wirtschaft wird widerstandsfähiger. Ein Video 1) zeigt, wie verletzlich eine Wirtschaft ist, die nur auf Effizienz setzt. Sie muss immer den billigsten Anbieter nehmen. Aber der darf nie plötzlich ausfallen. Schon die kleinste Störung in der Zulieferung kann die die gesamte Produktion zum Erliegen bringen. Wir merken auch schmerzhaft, dass wir zu viel ins Ausland verlagert haben und auch viele Rohstoffe nur im fernen Ausland zu bekommen sind. Wir begreifen, dass wir eine Notproduktion z.B. von unverzichtbaren Medikamenten im eigenen Land so schnell nicht organisieren können. Werden wir daraus lernen?

Wir selbst werden flexibler. Normalerweise folgen wir bewährten Routinen und erwarten verläßlich Ergebnisse. Wie selbstverständlich verlassen wir uns darauf, dass die Kinder in die Schule oder die Kita gehen können. Ähnlich ist es auch mit dem Gehalt. Vor allem kleine Selbstständige erleben eine völlige Mittellosigkeit, geraten verständlicherweise in Panik und zweifeln an ihrer Zukunft. Die Großeltern mit einer anderen Lebenserfahrung hatten schon immer gemahnt, dass eine Notreserve wichtig ist. Auch für andere Bereiche sollten wir einen klaren Plan-B haben. Was spricht zum Beispiel dagegen, rechtzeitig mit anderen Müttern eine Vereinbarung zu treffen über ein wechselseitiges Versorgen der Kinder, wenn die öffentliche Betreuung ausfällt. Unerwartet müssen die Betroffenen lernen, zu improvisieren und sich gemeinsam zu arrangieren. Sie müssen Verantwortung übernehmen und verläßlich sein.

Die Umwelt atmet auf. Was politisch nie möglich gewesen wäre, erzwingt das Virus: Alle Formen des Verkehrs waren stark reduziert. Jetzt können wir wissenschaftlich seriös untersuchen, was das für Folgen ausgelöst hat. Die CO2-Emmissionen gingen runter, der Feinstaub blieb an vielen Meßstellen. Auch fällt uns jetzt fällt plötzlich auf, unter welchen Bedingungen Fleisch zerteilt und Spargel geerntet wird, wie unsinnig lang die Transportwege tatsächlich sind und welche Kosten entstehen, die meist auf die Gemeinschaft abgewälzt werden.  Es dämmert dem einen oder anderen, welche echten Preise genommen werden müssten, wenn alle Kosten, auch für den Umweltschutz, in den Preis einfließen würden. Wird es unser Konsumverhalten verändern? Die alte oberflächliche Sorglosigkeit wird wohl nicht wieder zurückkehren. Wir werden aufmerksamer, aufgeschlossener und vorsichtiger sein und der Werbung nicht mehr alles glauben.

Wir werden findiger und kreativer. Offensichtlich ist, dass es viele Menschen gibt, die zurzeit erhebliche Nachteile erfahren, starken Belastungen ausgesetzt sind und nach allen Seiten nach Auswegen suchen müssen. Not macht manche Menschen erfinderisch. Neue Nischen, die zuvor unbeachtet blieben, werden besetzt. Zum Beispiel bieten viele Gaststätten in ihrer Not Essen zum Mitnehmen an incl. Lieferdienst.

Wir stehen zusammen und helfen einander. Nicht immer, aber immer öfter. Nachbarn sprechen miteinander. Es bilden sich an vielen Orten Gruppen, die sich um die Menschen in ihrer Nähe kümmern. Das stärkt die Zusammengehörigkeit und das Verantwortungsgefühl. Gleichzeitig liefert es gutes Modell für Kinder und Jugendliche. Der sich verbreitenden egoistischen Individualisierung wird etwas Schönes entgegengesetzt. Die Angst wird geringer und die Bedeutung von Menschlichem intensiver. Und das geschieht erfreulicherweise auf Kosten von Konsumwünschen und Fremdsteuerung. Dabei erleben einige, wie gut es tut, einem Anderen etwas zu geben wie z.B. etwas Zeit und Zuwendung, ein freundliches Lächeln oder mehr. Wer frei und von Herzen geben kann, der empfindet in dieser Situation weniger Mangel und fühlt sich fast reich. Einfach mal ausprobieren…

Das beginnt damit, dass die Menschen sich mehr Aufmerksamkeit schenken und sich überwiegend mit mehr Achtung begegnen. Es wird schneller bemerkt, wenn es jemandem nicht gut geht oder wenn jemand Hilfe benötigt. Die Wertschätzung gegenüber vielen helfenden Berufen hat zugenommen. Das gilt nicht nur für Pfleger oder das medizinische Personal, sondern auch für Reinigungskräfte, Müllentsorgung, Feuerwehr und Polizei. Auch die vielen Ehrenamtlichen, helfenden Studenten, Bundeswehrangestellte und auch die Privatmenschen werden von vielen mit besonderer Wertschätzung, Achtung und Sympathie betrachtet. Es spricht alles dafür, dass dieses bessere Ansehen zu einem Teil bestehen bleibt und auch eine bessere Bezahlung auslösen wird.

Die jetzt verbesserte Hygiene ist zu loben. Vor einiger Zeit war es durchaus möglich, dass jemand tagsüber vielen Menschen die Hände geschüttelt und auch sonst alles angefasst hat, um am Abend der Familie ohne Händewaschen die Butterbrote zu schmieren. Vorsicht, Umsicht und hygienische Vernunft sind auch eine Form der Rücksicht und des Respekts gegenüber dem Anderen, der ja ebenso verletzlich ist wie wir selbst.

Familien rücken wieder mehr zusammen und das nicht nur, wenn sie verstreut sind. Die sozialen Kontakte werden notfalls über elektronische Medien aufrechterhalten. Die Begegnungen haben zu einer vergessenen Intensität zurückgefunden. Briefe werden sogar wieder geschrieben oder es wird vermehrt angerufen. Wir haben den Eindruck, dass sich auch die innere Haltung zu mehr Zuwendung und Nähe ausgerichtet hat. Extrem schmerzhaft wird empfunden, wenn ein naher Kontakt aus Gefahrengründen nicht möglich ist gerade dann, wenn er am Nötigsten ist z.B. auf der Intensivstation.

Was brauchen wir denn wirklich? Bei diesen vielen Veränderungen und Entwicklungen wird es nun viel einfacher, ernsthafter darüber nachzudenken, was für uns wirklich sinnvoll und damit wichtig ist. Wir können neue Präferenzen setzen und das, was wir bereits haben, dankbarer und intensiver genießen als bisher, weil es nicht so selbstverständlich sind, wie wir gedacht hatten.

Haben Sie Interesse an solchen Schritten zu einem bewußteren Leben, das unkonventionell und herzlich, kreativ und mutiger ist? Themen wären…

Systematisch glücklicher werden

Einen Beitrag zur Friedlichkeit leisten und innere Feindbilder relativieren

Gemeinschaftssinn und Streit haben die gleichen Wurzeln

Gibt es falsch und richtig?

Kann man eine Maske durchsichtig machen? 

Bis dahin- viel Erfolg! 2)

 

1) Christian Rieck – YouTube: Wie das Virus der Wirtschaft hilft: https://youtu.be/gJYOXPIsGxs
2) Oder schon als Buch vorab lesen: Ruin oder Erneuerung, wir haben es in der Hand aber nicht im Verstand

 

Foto: © hedgehog94, AdobeStock

About the author

prägt und repräsentiert als langjährig erfahrener Journalist als Herausgebers die journalistische Qualität des Magazins.

News, Blog, Magazin, Jobs, Ausbildung, Studium, Nachhilfe

MACHERMAGAZIN Nr. 8 – Frühjahr 2020

WERBUNG

► Drei exklusive Vorteile

Melde dich zu unserem kostenlosen Newsletter an und sichere Dir diese exklusiven Vorteile:
  • Magazin als PDF herunterladen
  • Zugriff 1 Woche vor Print-Erscheinung
  • wöchentlicher Newsletter per Mail