WERBUNG

Die Digitalisierung ist schon da! Zum Auftakt der Digitalen Woche in Hamm

„Wir sind mittendrin!“ – mit diesen Worten eröffnete Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Montag im Kleistforum die erste Digitale Woche Hamm. Er zeigte sich überzeugt: „Aufhalten wird diese Entwicklung niemand!“, doch immerhin erlaubte er sich noch zu fragen, wo die neue Technik sinnvoll sei und wieweit sie gehen dürfe.

Das Thema Digitalisierung wurde recht niedrig gehängt. Als der Pressesprecher der Hammer Wirtschaftsförderung und ehemalige Leiter der Lokalredaktion des WA, Detlef Burrichter, als Moderator auf Prognosen verwies, wonach in 25 Jahren jeder zweite Arbeitsplatz verschwunden sein werde, hielt das Podium den Ball flach. Sicher seien „einige Arbeitsplätze“ betroffen, gab Hamms Wirtschaftsförderer Dr. Steffens zu. Aber welche erfuhren wir nicht. Kein Wort auch davon, dass wir „eine grundlegende Änderung von fast allem erleben werden, was wir tun, wie wir es tun und warum wir es tun“, wie es der Wirtschaftswissenschaftler Fredmund Malik erwartet. Der Philosoph und Publizist Richard David Precht wurde nur kurz erwähnt: Ja, Fragen seien immer gut. Doch die Antworten solle er lieber den Experten überlassen, klang es gönnerhaft dazu.

Welche Art von Bildung künftig notwendig ist, wenn die Routine- und Erledigungsarbeiten von Maschinen erledigt werden und dann vielleicht nur das Handwerk, das zwischenmenschliche Kümmern und das innovative Kreieren übrig bleibt. So wie für Precht befindet sich auch für den Hirnforscher Gerald Hüther unsere Gesellschaft bei diesem Thema „im Tiefschlaf“: „Sie versaut einer ganzen Generation die Zukunft“, sagte er auf dem Online-Symposium Pioneers of Education vor kurzem. „Jemand, der in 20 Jahren noch Arbeit sucht, nur um Geld zu verdienen, der wird keine mehr finden“, ist Hüther überzeugt. Gesucht würden dann nur noch Leute, die an einer Tätigkeit wirklich Freude haben und damit intrinsisch motiviert sind, weil nur die flexibel, lernwillig und kreativ genug sind.

Im Gespräch mit dem Präsidenten der Hochschule Hamm-Lippstadt wurde klar, wie wichtig inzwischen die IT-Sicherheit ist. Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld kündigte an: „Wir kooperieren künftig mit der Hochschule in St. Petersburg“, wo offenbar auch die russischen Hacker zuhause sind. Das wirft die Frage auf: Wie reizvoll oder lukrativ wird es für Hacker sein, Systeme anzugreifen, von denen viel abhängt und für die deshalb das sog. Verletzlichkeitsparadox gilt: Je besser etwas funktioniert, umso gravierender sind die Folgen, wenn es ausfällt? Und werden unsere Systeme den Hackern IMMER eine Nasenlänge voraus sein? Für den Sicherheitsexperten Sandro Gaycken könnte „die Cyber-Unfähigkeit der Unternehmen der Sargnagel der globalisierten deutschen Wirtschaft werden“.

Dr. Jochen Köckler von der Deutschen Messe AG Hannover machte in seiner Keynote die Besucher ein wenig zu Komplizen der großen digitalen Transformation. Jeder, der ein Smartphone benutze, trage eigentlich ein komplettes Büro mit sich herum. Und wie individuell inzwischen die Produktion ist, machte er am Beispiel des Laufschuhs deutlich: Schon jetzt könne man sich bei ADIDAS seinen persönlichen Laufschuh konfigurieren, der technisch perfekt abgestimmt sei auf Körper und Laufstil und optisch auf den individuellen Geschmack. Abends bestellt werde er in der Nacht (übrigens in Deutschland) produziert und könne am nächsten Tag schon beim Kunden sein. Und er koste nicht viel mehr als der Laufschuh im Laden.

Die Industrie 4.0 steht für eine Vernetzung der Maschinen durch eine Unmenge von Sensoren und für die die modulare Produktion in hochvariablen Fabriken mit dem Ziel, schneller, flexibler, individueller und günstiger zu produzieren. Auch wenn Autoren wie Sascha Berger von der sich selbst organisierenden und erneuernden Produktion schreiben, war sich Köckler sicher, dass es nie eine menschenleere Fabrik geben wird. Frage: Wenn alles mit allem kommuniziert, wie passen dann noch die bisherigen Abteilungen und Hierarchien im Unternehmen dazu?

Dr. Köckler nannte auch Beispiele für Künstliche Intelligenz: sie erkenne rechtzeitig, wenn z.B. ein Aufzug am nächsten Tag defekt sein wird und ordere rechtzeitig einen Techniker zum Reparieren. Auch würden mobile Maschinen wie Bagger bereits in zehn Jahren unbemannt arbeiten, wenn sie Gebäude abreißen oder Baugruben ausheben. Zum Schluß rief Dr. Köckler die Anwesenden auf, mutig die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und mitzugestalten. Gerne! Und gut, dass Hamm die Bürger dazu einlädt.

 

About the author

prägt und repräsentiert als langjährig erfahrener Journalist als Herausgebers die journalistische Qualität des Magazins.

News, Blog, Magazin, Jobs, Ausbildung, Studium, Nachhilfe

MACHERMAGAZIN Nr. 4 – Frühjahr 2019

WERBUNG

► Drei exklusive Vorteile

Melde dich zu unserem kostenlosen Newsletter an und sichere Dir diese exklusiven Vorteile:
  • Magazin als PDF herunterladen
  • Zugriff 1 Woche vor Print-Erscheinung
  • wöchentlicher Newsletter per Mail